Der kürzeste Weg nach Europa ….

Endstand
20 - 29

… führt gemäß alter Weisheit über den Pokal. Mit diesem Wissen im Hinterkopf empfingen wir also am gestrigen Dienstagabend die erste Vertretung von KSV Ajax aus der zwei Klassen höheren Verbandsliga zur zweiten Pokalrunde. Die erste Runde konnten wir dank eines ominösen Freiloses bereits schadlos überstehen.
Die Vorzeichen für das Spiel waren durchwachsen: So waren doch gleich drei Spieler nicht ganz fit bzw. rekonvaleszent und hatten frei nach Horst Schlämmer Knie. Dazu lag ein geschwächter Spieler mit Influenza im Bett (Hinweis für unsere jüngeren Leser: die Krankheit, bitte nicht mit diesen YouTube-Typen verwechseln), ein weiterer musste sich sogar ganz abmelden und übernahm tapfer einen vakanten Platz am Kampfrichtertisch. Hinzu kam noch der Ausfall von Berlins wahrscheinlich schönstem Medizinstudenten (wir berichteten), der nun endlich seinen erweiterten Wochenendkurs Medizin abgeschlossen hat. Beste Glückwünsche an dieser Stelle. Nichtsdestotrotz war der Rest der Truppe gut gelaunt und allesamt pünktlich in der Kabine, lediglich ein gewisser Trainer M. Sander ließ kurz auf sich warten (Originalzitat: „Kostet!“).

Mit motivierenden Worten („Wir verschenken uns nicht, aber verkaufen uns teuer“) des Mentalitätsmonsters und Abteilungsleiter M. Engemann ging es dann rein ins Spiel. In den ersten Minuten wurde leider mehr verschenkt – und zwar gut rausgespielte Torchancen, so dass es nach 5 Minuten 0:4 stand. In der achten Minute erlöste Wurfkuh Wehe dann die SSG per 7-Meter, von da an entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel: Der Abwehrverbund stand sicher, vorne wurden die Angriffe konsequent zu Ende gespielt und durch besagten Wehe vollendet. So stand es nach 15 Minuten 4:6 und der Gästecoach zog die Grüne Karte. SSG-Trainer Sander hatte im Gegensatz dazu am Spiel wenig auszusetzen – Beobachter staunten über diese absolute Seltenheit. In der Folge erarbeitete sich der technisch und auch körperlich überlegene Gegner ein leichtes Übergewicht (insbesondere durch gute Torhüterleistung und darauffolgende Gegenstöße) und konnte sich bis zur Pause nach und nach auf 10:15 absetzen.

Die Halbzeitanalyse verlief ähnlich wie im Timeout: Das sei eine ansprechende, geschlossene Mannschaftsleistung gegen einen höherklassigen Gegner gewesen, an der es wenig auszusetzen gab.
Die zweite Halbzeit begann vielversprechend mit zwei schnellen Toren, wurde dann aber durch teilweise unnötige Zwei-Minuten-Strafen verkompliziert. So machten wir aus der Not eine Tugend und trainierten unser Unterzahlspiel intensiver als sonst – und das gar nicht schlecht.

Entschieden wurde das Spiel dann allerdings rund um die 40. Minute, als wir drei Tore hintereinander hinnehmen mussten (14:21). Anschließend merkte man den Spielern der SSG das fordernde Spiel an, was aber durch Willen und Einsatzbereitschaft (fast) wettgemacht wurde. Letztendlich ging es über einen zwischenzeitlichen 10-Tore-Rückstand beim 16:26 bis zum Endstand von 20:29 gleichmäßig hin und her — sowohl bei den Toren als auch den Torhüterparaden. Nach dem Spiel wurde dann noch mannschaftsübergreifend diskutiert, ob die Rückennummer 85 oder 86 die bessere für die Torhüter sei. Die Entscheidung sei dem Leser selbst überlassen.


Fazit des Spiels: Europa muss noch kurz warten, nächste Saison dann aber versprochen, und wir haben uns mit der wohl besten Leistung der noch jungen Saison teuer verschenkt (oder so ähnlich) und wünschen dem KSV viel Erfolg in den kommenden Runden.
PS: Die Lottozahlen für diese Woche sind 28:20 – 32:51 – 53:42. Lustigerweise sind das die Zeitmarken, an denen Doktor André Körnig das Spielfeld verlassen musste. Superzahl ist die 8, so oft sah die SSG das Victory-Zeichen des Schiedsrichters Greif.

SSG Humboldt: Röhle (im Tor mit Rückennummer 85), Kaps (4), Neetzow, Körnig (2), Krebsbach (3), Dessau (1), Wehe (6/3), Herrschel (3), Bartsch, Werner (1)

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